26.000 km - 2 Jahre im Hymer B 614 CL - Erfahrungsbericht

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26.000 km - 2 Jahre im Hymer B 614 CL - Erfahrungsbericht

Beitragvon HAPE » 25.11.2009 - 21:37:39

Hallo Gemeinde,

nachdem wir nun über 26.000 km innerhalb von 2 Jahren mit unserem neuen Hymer unterwegs gewesen sind und die Garantie nun abgelaufen ist, wollte ich Euch unsere Erfahrungen mit dem Fahrzeug nicht vorenthalten und hiermit die Probleme der 2 Jahre einmal zusammenfassen.

Innerhalb des ersten Jahres sind auf den ersten 15.000 km folgende Probleme aufgetreten:

Aufbau (Hymer)

Folgende Probleme sind mit dem Aufbau aufgetreten:

1. DOMETIC Rückruf

Bei uns war die überprüfte Schraube in Ordnung.
Trotzdem wurden zusätzlich sicherheitshalber 2 Halterungen am Gasschlauch montiert. (Der blaue Pfeil am unteren Rand zeigt auf die Schraube, die überprüft wurde. Die roten Pfeile zeigen auf die zusätzlich angebrachten Halterungen. Der grüne Pfeil zeigt auf den Wasserbehälter, der das Kondensat aufnimmt. Dieser sollte ab und an überprüft werden, ob das Kondensat verdunstet ist. Bei mir war der Behälter bei der Überprüfung halb voll und wurde geleert.)

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2. Fahrertür Innenverkleidung ersetzt, da beim Türfangscharnier gerissen
(siehe roter Pfeil)

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3. quietschendes Hubbett gefettet

4. mehrere undichte Verschlußdeckel aussen für Wassereinfüllstutzen ersetzt. Mittlerweile Version mit zusätzlich 3 Dichtungsringen

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5. ein neuer Dichtungsring für Tankdeckel (Dieseleinfüllstutzen)

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6. elektrische Einstiegsstufe fuhr nur mit Unterstützung des Fußes ein. Es wurde festgestellt, dass diverse Schrauben zu fest gezogen waren. Sie wurden gelockert und dass Problem war behoben.

7. Instandsetzung von Backofen (elektrische Zündung defekt)

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8. Maxview Twister Satellitenkurbel instand gesetzt (fiel von der Decke)

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Basis (FIAT)

Folgende Probleme sind mit dem FIAT aufgetreten:

1. Lenkrad gerichtet

vorher (Räder standen gerade)

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nachher

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2. Spur und Sturz eingestellt (Reifen nach 15000 km profillos)
Kulanzantrag wegen Reifen bei FIAT und Continental wurde gestellt.
Continental lehnte ab. Obwohl ich bereits 15.000 KM und ein Jahr mit den Reifen unterwegs waren, beteiligte sich FIAT mit 50% der Kosten. Das fand ich in Ordnung. Dafür gab es ja neue Reifen.

Reifen nach 15000km mit falscher Spureinstellung

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jetzt sind sie wieder so

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3. Rückrufe durchgeführt
Softwareupdate
stärkere Sicherung für Anlasser
Versiegelung der Injektoren


Im zweiten Jahr sind zwischen 15.000 KM und 26.000 KM keine Probleme mit dem Basisfahrzeug (FIAT) aufgetreten.

Im Hymer - Aufbau mussten folgende Fehler behoben werden:

1. Küchenarmatur zeigt Luftblasen in der Chrombeschichtung und wurde ersetzt

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2. Gummidichtung Aufbautür unten eingerissen.

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3. manueller kleiner Aussenspiegel Fahrerseite wird blind (ausgetauscht)

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4. Aufgrund des geringen Federungskomfort der Vorderachse (man hatte subjektiv das Gefühl die Stoßdämpfer schlagen durch) wurden vorne Goldschmitt Federn eingebaut. Der Federungskomfort ist seitdem tadellos. Der Nebeneffekt war, dass das Fahrzeug vorne um ca. 6 cm höher gelegt wurde und damit auf der Ebene waagerecht steht.

Vorher:

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Nachher:

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5. ursprünglich sollte das große Spiegelglas des Außenspiegels auf der Beifahrerseite ersetzt werden (Blindflächen). Der Händler in Dortmund stellte jedoch an beiden Außenspiegel Alufrass bzw. Ausblühungen fest. Es wurde bereits der komplette rechte Außenspiegel ausgetauscht. Der Spiegel der Fahrerseite hat noch Lieferzeit und muss noch ausgetauscht werden.

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6. Warnsummer der ausgefahrenen Trittstufe geht nicht. Summer war defekt und wurde ausgetauscht.

7. Truma Combi6 Heizung sondert beim Aufheizen von Warmwasser unangenehmen Geruch ab (wie verbrannter Kunststoff). Beim Benutzen von Heizung und Warmwasser ist dies nicht wahrnehmbar. Nach Meldung bei Truma kam innerhalb von 8 Tagen der Techniker zu uns nach Hause. Er korrigierte die Verlegung der Heizschläuche und tauschte die Positionen der Anschlusschläuche an der Truma Heizung. Zusätzlich wurde eine aktuelle neue Systemplatine eingebaut. Der Geruch ist nun vorbei. Der Service von Truma ist wirklich klasse.

8. Duschwanne im Bereich der Führung der runden Duschabtrennung eingerissen. Um den Duschboden zu ersetzen, müssen auch die Dusch-Seitenwände ausgebaut werden. Da diese beim Ausbau zerstört werden, müssen diese ebenfalls neu beschafft werden.
Die Ersatzteile (Duschboden, Duschwände) hatten mehr als 2 Monate Lieferzeit.

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Die neue Seitenwand der Dusche enthielt auch gleich einen neuen Feststeller für die faltbare Duschtüre, da diese in der Vergangenheit auch schon einmal während der Fahrt aufging.

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9. Leidiges Thema war auch immer wieder der Tankverschluss für das Wasser. Nun wurde auch der neue Tankverschluß eingebaut, den es noch nicht allzu lange gibt. Dieser neue Tankverschluß lässt sich nun nicht mehr drehen, wenn er abgeschlossen ist. Ich hoffe, dass dieser nun tatsächlich dicht ist.


Hier noch einmal zum Vergleich:

Tankverschluß alt:

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Tankverschluß neu:

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Persönliches Fazit:

Das Fahrzeug mit 3 L Motor und 157 PS läuft ruhig mit Verbräuchen zwischen 9,5 und 12,2 L/100 Km. Kraft im Überfluss, ruhiges schaltfaules Fahren möglich. 1. Gang sehr kurz übersetzt. Meist wird im 2. Gang angefahren. Sehr wartungsarm: laut FIAT muss alle 2 Jahre Bremsflüssigkeit und Filter erneuert werden, Inspektion nach Anzeige ca. alle 45000 KM erforderlich. Ersetzen des Zahnriemens entfällt bei diesem Motor, da Kette anstatt Zahnriemen verwendet wird.

Der FIAT machte während der 26.000 km keinerlei Probleme. Ich bin sehr zufrieden mit der Basis.

Der Aufbau hatte schon einige Mängel, die aber zu meiner Zufriedenheit abgestellt werden konnten. Nur für den Austausch der Dusche musste das Fahrzeug mehrere Tage beim Händler stehen. Auf die Behebung der anderen Mängel konnte ich immer warten, ohne das Fahrzeug beim Händler zu lassen. Ich habe auch immer einige Mängel zusammen kommen lassen, um sie dann abstellen zu lassen. So waren nur ganz wenige Werkstattbesuche innerhalb dieser 2 Jahre erforderlich.

Die Verarbeitung der Möbel und des Aufbaus ist sehr gut, der Händler in Dortmund hat alle Reklamationen und Reparaturen relativ zügig und zu meiner Zufriedenheit durchgeführt, obwohl ich das Fahrzeug dort nicht gekauft habe.

Soviel zu meinem Erfahrungsbericht mit unserem Hymer. Wir hoffen, dass es nun alle Probleme gelöst und beseitigt sind und wir ab jetzt nur noch genießen können.

Jetzt freuen wir uns erst einmal auf die kommenden Wochenenden. Wir werden uns noch einige Weihnachtsmärkte ansehen. Am ersten Dezemberwochenende geht’s nach Emden.

Bis dann!

Freundliche Grüße aus dem Sauerland

Peter
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Re: 26.000 km - 2 Jahre im Hymer B 614 CL - Erfahrungsbericht

Beitragvon berndpseeblick » 26.11.2009 - 11:15:16

Hallo Peter,
vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen und sachlichen Bericht. Wir wollten uns auch einen Hymer anschaffen. Nach dem wir aber so viel Negatives gelesen hatten, kamen wir auf Rapido. Nun stehen wir kurz davor, einen gerade mal 15 Monate alten Rapido zu kaufen. In der heutigen Zeit kann man ja bei den Händlern sehr gute Preise aushandeln. Da unser Wohnmobil, ein Weinsberg aber auch mal gerade 15 Monate alt ist und wir mit diesem Fahrzeug noch nichts (Ausnahme Schloß Garage und Deckel für den Wassertank) noch nichts hatten, werden wir das Fahrzeug wohl noch das nächste Jahr fahren.
Viele Grüße aus Schwerin
Bernd
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Re: 26.000 km - 2 Jahre im Hymer B 614 CL - Erfahrungsbericht

Beitragvon HAPE » 26.11.2009 - 14:28:06

Hallo Bernd,

bei der Menge an produzierten Fahrzeugen, die Hymer poduziert, denke ich, liegt die Mängelquote für Hymer noch im Rahmen.
Ich hatte einige Kleinigkeiten bis auf den Austausch des Duschbodens. Dies war dann ein größerer Aufwand.

Ich hatte vor dem Hymer 4 Jahre einen Knaus Alkoven. Auch hier gab es einige Kleinigkeiten. Allerdings mußten hier alle Schlauchschellen der wasserführenden Leitungen ersetzt werden, da diese wohl ab Werk zu groß waren und nicht richtig dicht abschlossen. Wir hatten einen Wassereintritt in der Garage. Nachdem das erledigt war, hatten wir auch keine Probleme mehr.

Auf dem Düsseldorfer Caravan Salon sah ich mir ein Fahrzeug von Carthago (I 4.8) an. Zufällig hat mir ein Holländer, der dieses Fahrzeug fährt seine Mängel aufgezeigt. Das hätte ich auch nicht vermutet.

Ich denke, ein wirklich fehlerfreies Fahrzeug zu erhalten, ist nahezu unmöglich, da sehr viele Komponenten die Probleme verursachen können (Toilette, Heizung, Wasserhähne etc.) bei den gleichen Zulieferfirmen eingekauft werden.

freundliche Grüße aus dem Sauerland

Peter
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Re: 26.000 km - 2 Jahre im Hymer B 614 CL - Erfahrungsbericht

Beitragvon MaKaRoNi » 26.11.2009 - 14:45:54

Hi Peter,

super Bericht, am meisten beeindruckt mich deine Sachlichkeit und Objektivität. Das größte Kompliment aber scheint ja der Händler deines Vertrauens zu gebühren, wenn er anstandslos und für dich ohne bedeutenden Mehraufwand alle Baustellen im Griff hat, sei es durch das bloße Austauschen defekter Teile.

Was mich aber an der Mängelliste verwundert, ist die Anzahl und Art der Defekte. Eingerissene Dichtungen und (vom Aufwand her natürlich schlimmer) Duschwannen sind halt Pech für den Hersteller, aber schlecht verlegte Heizleitungen, ermattete Rückspiegel, mangelhafte Verchromung der Armaturen usw. sind doch konstruierte bzw. "serienmässige" Mängel, die jederzeit und überall an allen gebauten Fahrzeugen auftreten können und werden. Der Hersteller hofft halt darauf, daß es den Kunden erst nach der Garantielaufzeit erwischt und er (bzw. der Händler) dann auch noch an der Reparatur dran verdient. Natürlich wissen wir alle, daß wir mit unserem versteuerten Geld hauptsächlich der Gewinnmaximierung des Herstellers zuträglich sind, aber der Bericht zeigt mal wieder deutlich, wie praxisfremd und billig die Teile, die wir für teuer Geld kaufen, konstruiert, produziert und eingebaut werden. Wobei 2 Jahre ja auch ein Lebenszyklus für "lebenslang" sein kann...

Kopfschüttelnder Gruß
Martin
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