Nordkapp Fahrt im Juni/Juli 2016 Teil 1 DK und SWE

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Nordkapp Fahrt im Juni/Juli 2016 Teil 1 DK und SWE

Beitragvon cwr » 21.08.2017 - 15:54:46

Diesmal ist alles anders. Der Reisebericht wird wo immer unterwegs WLAN verfügbar ist, auf den neuesten Stand gebracht. Bilder gibt es allerdings erst später.

Samstag, 28. Mai 2016 (sonnig und warm, abends sehr windig)
Abfahrt bei km 8129 um 09:30 Uhr
Heute sind wir viel früher losgekommen als geplant. Wir wollten so schnell wie möglich in der Lüneburger Heide sein, und deshalb wurde heute nur die Autobahn strapaziert. Die Fahrt über Bonn, Dortmund, Hannover, Hamburg und Lübeck hat uns bis nach Fehmarn gebracht. Tanken kann man noch einmal, bevor man die Brücke nach Fehmarn überquert. Diesel ist im Moment aber in Dänemark mit umgerechnet 1,08 € (8,06 DKK) auch nicht viel teurer als in Deutschland. Der von uns besuchte Stellplatz Johannisberg (Ankunft um 19:00 Uhr bei km 8926) befindet sich auf halber Strecke zwischen Puttgarden und Gammendorf. Bis zur Fähre sind es nur 3 km. Der wirklich schöne Platz ist mit 10 € in der Vorsaison jeden Cent wert. Gute Sanitäranlagen sind vorhanden mit Ver- und Entsorgung, die allerdings extra gezahlt werden müssen. 100 Liter Wasser kosten 1 €, die Entsorgung 2 €. Es gibt Stellplätze auf Schotter oder Rasen. Wir hatten einen Schotterplatz und der Stromanschluss war kostenlos. Brötchenservice ist auch vorhanden.

Sonntag, 29. Mai 2016 (sonnig und sehr warm, abends leichter Regen)
Da wir keinen Platz auf der Fähre gebucht hatten, sind wir heute früh los und hatten das Glück fast direkt auf die Fähre Deutschland um 08:45 Uhr fahren zu können. Der Preis für die Überfahrt war mit 177 € inklusive der Überfahrt über die Öresundbrücke für ein Wohnmobil bis 8 m Länge mit 2 Erwachsenen nur 7 € teurer als vorher gebucht. Die Überfahrt dauert etwa 45 Minuten und man kann sich auf den Fähren der Scandlines sehr gut die Zeit vertreiben. Wir sind dann wie geplant direkt in Richtung Roskilde gefahren um den berühmten Dom und die Wikingerschiffshallen zu besuchen. Leider ist Roskilde für Wohnmobilfahrer meiner Meinung nach ganz und gar ungeeignet. Es gibt keinerlei Parkmöglichkeiten für Wohnmobile in der Nähe der Stadt. Die kleinen Parkplätze sind nur für Fahrzeuge bis maximal 6 m geeignet. 3 Durchfahrten durch Roskilde haben uns heute genügt.
Bei den weiteren Besichtigungen hat das Parken weitaus besser funktioniert. Schloss Fredensborg mit den großartigen Parkanlagen hat viele Parkmöglichkeiten. Wir haben einen Busparkplatz direkt vor dem Schloss genutzt. Im Moment ist noch nicht so viel los hier. Nachmittags allerdings kommen die Touristenbusse. Im Moment wird das Schloss mal wieder von einem Mitglied der königlichen Familie bewohnt. Also keine Besichtigungen innerhalb möglich. Das geht nur im Juli. Aber der Schlosspark ist frei zugänglich und macht seinem Namen „Versailles Dänemarks“ alle Ehre.
Schloss Kronborg in Helsingör ist Schauplatz des Dramas Hamlet von Shakespeare. Das Innere kann zum Preis von 90 DKK (12 €) besichtigt werden. Man sollte allerdings in Dänemark auf die Zeit achten. Die meisten Sehenswürdigkeiten schließen schon um 16:00 Uhr. Geparkt haben wir auf einem Busparkplatz in der Nähe des Bahnhofs. Nach einer schnellen Tour durchs Schloss sind wir dann endlich in Richtung Kopenhagen aufgebrochen. Wir hatten uns den Stellplatz City Camp Copenhagen (Ankunft 17:30 Uhr bei km 9210) wegen seiner guten Lage ausgesucht. Der Platz ist mit 30 € pro Nacht absolut nicht der Kracher. 2 Toilettenwagen mit je 3 kombinierten Dusch-Toiletten-Waschplatz Kabinen, eine alte Toilette zum Entsorgen der Chemietoilette, eine Spüle mit kaltem Wasser und die mehr als provisorische Entsorgung runden den zu erwartenden Luxus ab. Das Einchecken findet vor der Einfahrt auf den Platz statt. Dort erhält man auch einen guten Stadtplan und viele Informationen. Hier zahlt man aber ganz klar die Lage. Allerdings kann man am letzten Tag erst um 18:00 Uhr abreisen, was einem theoretisch einen weiteren Tag in der Stadt schenkt. Morgen geht’s mit den Rädern auf Tour.

Montag, 30. Mai 2016 (sehr starker Regen in der Nacht, sehr sonnig und warm)
Wir sind schon gegen 09:00 Uhr los um heute die Stadt zu besichtigen. Kopenhagen ist wirklich ein guter Platz für Fahrradfahrer. Schöne breite Radwege überall, daher aber auch viel Radverkehr. Hier fährt der Banker genauso wie der Handwerker mit dem Rad zur Arbeit. Wir waren heute ca. 26 km mit dem Fahrrad, ca. 10 km mit dem Ausflugsboot und ca. 8 km zu Fuß unterwegs.
Der Plan war mit den am weitesten entfernten Sehenswürdigkeiten zu beginnen. Daher stand die Kleine Meerjungfrau an erster Stelle. Auf dem Weg dorthin hat sich herausgestellt, dass das Kastell, eine sehr gut erhaltene alte Festungsanlage auf dem Weg lag. Die fünfeckige Festung mit den Wallanlagen kann besichtigt werden und ist auch wirklich sehenswert. Unmittelbar neben dem Kastell befinden sich die anglikanische St. Albans Kirche und der Gefion Brunnen. Beides sind gern besuchte Sehenswürdigkeiten. Die Kleine Meerjungfrau hat uns ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht. Klein und unscheinbar und auch noch ungünstig gelegen, hat sie uns nicht überzeugt.
Eine ganz andere Hausnummer ist das Schloss Amalienborg, der Wohnsitz der königlichen Familie. Heute war nur der Kronprinz mit seiner Familie anwesend, was man unschwer am wehenden Dannebrog, der Flagge Dänemarks erkennen konnte. Wir waren gegen 12:00 Uhr dort und konnten so die Wachablösung der königlichen Garde bewundern. Kurz vorher ist der Kronprinz mit seinem Auto noch in seinen Palast eingefahren. Jetzt wissen wir auch wer sich momentan auf Schloss Fredensborg aufhält. Königin Margarethe II. und Prinz Henrik. Vom Schloss Amalienborg ist es nur ein Katzensprung bis zur imposanten Frederiks Kirche, auch Marmorkirche genannt. Die runde Kirche besitzt die größte Kirchenkuppel in Skandinavien.
Nach einer Pause im königlichen Schlossgarten des Schlosses Rosenborg stand der Besuch des Schlosses mit der Schatzkammer auf dem Plan. Im Schloss Gemälde, Gemälde und nochmals Gemälde, eine große Waffensammlung, Glas, Keramik, Vasen, Teppiche und im Keller, neben dem Weinkeller mit Rheinweinen aus 1598, die Schatzkammer mit den Kronjuwelen. Hier wird der Wein genauso gut bewacht wie die Juwelen. 210 DKK (27 €) Eintritt sind hier nicht zu viel verlangt. Man sollte allerdings eine 20 DKK Münze dabei haben, um den Rucksack einzusperren. Der Runde Turm ist ein ehemaliges Observatorium und dient heute Hobby-Astronomen sowie Touristen als Aussichtsturm über Kopenhagen. Der Turm kann kostenlos durch die schöne Dreifaltigkeitskirche bestiegen werden. Man hat hier einen schönen Blick über Kopenhagen.
Das anhaltend sehr sonnige Wetter hat und dazu verführt, die große Bootstour schon heute zu unternehmen. Mit 160 DKK (20 €) für 2 Erwachsene ist man etwa eine Stunde auf den verschiedensten Kanälen unterwegs zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Wasser. Die königliche Yacht war heute auch im Hafen. Wir haben einen der vielen Anbieter am Nyhavn gewählt. Glücklich und zufrieden, voll mit Eindrücken sind wir gegen 18:00 Uhr zurück zum Stellplatz. Zur Ehrenrettung muss gesagt werden, dass die Duschen wirklich gut sind. Morgen früh geht’s weiter mit den letzten verbliebenen Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen und dann direkt weiter nach Schweden. Morgen mehr.

Dienstag, 31. Mai 2016 (sonnig, Regen, in Malmö Unwetter mit Starkregen)
Heute sollte eigentlich ein schöner Abschluss in Kopenhagen sein. Es war nicht mehr allzu viel übrig zum Besichtigen. Da es aber direkt noch heute weiter nach Schweden gehen sollte, sind wir schon früh los. Die Kirchen öffnen relativ spät in Dänemark und so sind wir zuerst zum Schloss Christiansborg, welches zur heutigen Zeit das Parlament beherbergt. Außerdem ist der königliche Reitstall dort untergebracht. Heute hatten einige königliche Rösser Auslauf. Wir sind dann über eine der vielen Brücken ins künstlich angelegte Viertel Christianshavn und die Kirchen waren noch immer geschlossen. Sehenswert sind sie, die Erlöserkirche und die Christianskirche. Nachdem wir mit dem Rad einmal um die Oper gefahren waren, sollten die verschiedenen Kriegsschiffe besichtigt werden. Leider fing es plötzlich stark an zu regnen. Nach einer halben Stunde Unterstellen an einer Bushaltestelle haben wir uns entschlossen, abzubrechen und zurück zu fahren. Im Nieselregen wurde dann noch auf dem Stellplatz entsorgt und Frischwasser getankt.
Gegen 11:00 Uhr ging’s dann los in Richtung Schweden. Kaum an der Brücke angekommen wurden sowohl der Regen, als auch der Wind immer stärker. Es sah alles haargenau so aus wie im Krimi „Die Brücke“, in dem die Öresundbrücke eine wichtige Rolle spielt. Am schwedischen Zoll wurden wir das erste Mal seit langer Zeit an einer Grenze kontrolliert. Kaum über die Grenze ging’s auch schon los. Das Unwetter nahm seinen Lauf und die Sicht war gleich Null. Da es nicht danach aussah, als würde es jemals wieder schön werden in Malmö haben wir kurzerhand den Plan geändert und den Besuch in Malmö auf ein anderes Mal verschoben. Auf dem Weg in Richtung Trelleborg um den südlichsten Punkt Schwedens in der Nähe von Smygehamn zu erreichen kam dann auch die Sonne wieder zum Vorschein. Parken war hier kein Problem. Außerdem kann man ein Bronzezeit Grab und einen alten Kalkbrennofen besichtigen. Das Gebiet ist auch bekannt für die schwarze Natter, eine leicht giftige Schlange von bis zu 1 m Länge. Auf dem Weg zum Wohnmobil hat eines dieser prächtigen Exemplare unseren Weg gekreuzt. Das nächste Mal bei der Planung der Besichtigungen sollte das Parken ein wichtiger Faktor sein. Speziell mit einem großen Wohnmobil. Ystad war das nächste Ziel. Hier haben wir im Hafenbereich geparkt. Die Altstadt ist genau wie man sie aus den Wallander Krimis kennt. Kopfsteinpflaster und Backsteinhäuser. Aber auch eine wirklich schöne Kirche (Sankt Maria Kirche) und ein Kloster brauchen sich nicht zu verstecken. Alles in allem eine hinreißende kleine Stadt. Irgendwo hinter Ystad haben wir am Strand eine Kaffeepause eingelegt. Auch hier, wie überall in Schweden große Parkplätze, auch für Wohnmobile. Mit einer Tasse Kaffee am Strand zu sitzen hat schon einen gewissen Reiz. Mit dem nächsten Punkt, dem Ales Stenar hatten wir wieder viel Glück. Ein großer Wohnmobilstellplatz (ohne Strom und Dusche, aber mit einer Toilette zum Preis von 100 SEK oder 15 €) war auch hier vorhanden und man kann bis 17:00 Uhr kostenlos parken. Zur Steinsetzung Ales Stenar sind es nur etwa 700 m zu Fuß von hier. Die 58 Granitblöcke sind in Form eines Wikingerschiffes hoch über der Küste von Käseberga aufgestellt und sollen eine Sonnenuhr darstellen. Wir sind dann noch weiter bis Skillinge an der Ostküste. Dort haben wir im Gästehafen kostenlos übernachtet. Auch hier keinerlei Infrastruktur. Die Duschen und Toiletten sind nur für die Gäste des Yachthafens da. Ein kleiner Tipp am Rande: die Behindertentoiletten sind immer geöffnet, wenn es mal richtig dringend sein sollte.
Heute Abend haben wir unseren Huawei Router zum ersten Mal im Ausland in Betrieb genommen. Über die 11551 kann der Tarif EU Internet 150 für 4,99 € für 7 Tage gebucht werden. Dazu ist aber ein Telefon notwendig. Danach SIM in den Router, einschalten und los geht’s mit bis zu 10 mobilen Geräten im eigenen WLAN. 3G ist in Schweden überall verfügbar und ausreichend schnell. 150 MB sind zwar nicht viel, reichen aber für das normale Surfen. Eine gute Investition, speziell jetzt wo wir hauptsächlich auf Stellplätzen in Häfen stehen wollen.

Mittwoch, 01. Juni 2016 (leicht bewölkt, dann sehr sonnig und fast heiß)
Nach der Planung des heutigen Tages ging es mal wieder früh los. Wir sind in Skillinge gegen 08:15 (bei km 9377) in Richtung Simrishamn gefahren. Das erste Ziel sollte Kivik sein. Dort gibt es nicht nur die größten Apfelplantagen Schwedens sondern auch ein etwa 3000 Jahre altes bronzezeitliches Königsgrab. Im Innern befindet sich eine Grabkammer, die mit Bildern verziert ist. Kann man wahrscheinlich aber nur sehen, wenn in Schweden Ferien sind. Alles sah dort ziemlich verlassen aus. Parken war mal wieder kein Problem. Die schöne Kirche in Ysane ist leider dem Neubau der Autobahn zum Opfer gefallen. Nicht abgerissen, aber nicht mehr an der Strecke in Richtung Norden. Vielleicht hatte ich auch nur die falschen Koordinaten. Auf jeden Fall hat unser Garmin die Kirche nicht gefunden. Ein kleiner Verlust, aber zu verschmerzen. In Åhus hat uns mal wieder das Parkplatzproblem eingeholt. Zweimal hin und zweimal her und kein ausreichend großer Parkplatz in Sicht. Noch ein Verlust, aber auch der zu verschmerzen. Aber jetzt haben wir uns entschlossen ohne weiteren Halt nach Öland zu fahren. Eine abwechslungsreiche Strecke, halb Autobahn, halb gut ausgebaute Landstraße, auch durch kleine Dörfchen brachte uns recht schnell in Richtung Norden. Unterwegs haben wir an einem der vielen schönen Parkplätze Mittagspause gemacht. An jedem Parkplatz sind ausreichend große Standplätze vorhanden. Saubere Toiletten und Bänke und Tische runden ein gutes Angebot ab. Da wir sehr gut vorankamen, sind wir nach dem Überfahren der Brücke von Kalmar nach Öland direkt zu den Schlössern gefahren. Schloss Borgholm war das erste Ziel. Eine noch relativ gut erhaltene Burgruine aus dem 12. Jahrhundert welche für 95 SEK (11 €) pro Person besichtigt werden kann. Man kann dort fast die komplette Burg und ein interessantes Museum sehen. Parken ist kein Problem. 4 Steinwürfe weiter befindet sich der große Parkplatz für Schloss Solliden. Auch der Sommersitz der schwedischen Königsfamilie kann für 95 SEK pro Person besucht werden. Erstaunlich ist die Tatsache, dass man sich fast überall frei bewegen kann und sehr nahe am Schloss vorbei gehen kann. Verschiedene Gärten, die Wasserspiele und die großzügigen Parkanlagen werden im Moment für den Besuch der Königsfamilie vorbereitet. Wenn das Wetter stimmt, so wie heute, kann man es dort mit Sicherheit ohne Probleme 2 Monate aushalten. Morgen soll es mit dem Norden der Insel weitergehen. Zum Übernachten haben wir uns den Stellplatz am Hafen in Sandvik ausgesucht. Es war auch ein Platz in der ersten Reihe am Wasser zwischen 2 Schweden frei und wurde direkt von uns besetzt. Strom anschließen, Stühle raus holen, Kaffee machen und das Leben genießen war jetzt angesagt. Für den Platz muss zwischen 16:00 und 11:00 Uhr bezahlt werden. Das erledigt der Hafenmeister, der am Abend seine Runde dreht und die Gäste abkassiert. 160 SEK (140 SEK für den Platz und 20 SEK für Strom) kostet dieser wirklich schön gelegene Platz (19 €). Duschen und Toiletten befinden sich etwa 100 m entfernt im Bürogebäude des Hafenmeisters. Den Zugangscode gibt es beim Bezahlen. Alles sauber und praktisch. Ein idyllischer und ruhiger Platz zum Übernachten. Die Schweden links und rechts stehen allerdings schon länger dort. Morgen früh geht’s in den Norden der Insel.

Donnerstag, 02. Juni 2016 (sonnig und heiß)
Der Stellplatz am Hafen in Sandvik war so schön, dass wir ihn am liebsten gar nicht verlassen hätten. Aber unser Programm ist ziemlich straff und verzeiht keine Verzögerungen. Wir haben zwar schon einen Tag eingespart, aber den werden wir wohl in der nächsten Zeit in Stockholm brauchen. Also sind wir nach den normalen Startvorbereitungen gegen 08:20 Uhr los in Richtung Byrums Raukar, den berühmten Kalksteinfelsen an der Westküste der Insel Öland. Bis zu 4 Meter hohe Säulen hat das Meer aus dem Kalkstein geschwemmt. Wie fast immer waren wir alleine auf dem großen Parkplatz. Sehr interessant anzuschauen. Am nächsten Ziel, dem Leuchtturm Langer Erik war auch nicht viel mehr los. Wir sind über die Brücke zum Leuchtturm gelaufen und anschließend den sogenannten Feuerweg um den Leuchtturm. Dabei haben wir mal wieder ein Steinmännchen gebaut. Obwohl diese Steinfiguren in Schweden normalerweise als Grenzmarkierungen dienen können, soll man in Skandinavien auf jedes Steinmännchen einen Stein legen, um von Trollen verschont zu bleiben. Sehr überraschend fanden wir das ältere schwedische Ehepaar, das mit einem Smartphone bewaffnet und mit einer Vogelstimmen App auf die Jagd nach Nachtigallen ging. Mit einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Schwedisch haben wir uns verständigt und nach den Vögeln Ausschau gehalten. Die beiden haben wir wieder bei der Weiterfahrt gesehen. Die hatten ihr Haus dabei. Auf einem normalen Anhänger war ein kleines rotes Schwedenhaus aufgebaut und an einen älteren Volvo angehängt. So kann man auch reisen. Der Zauberwald von Trollskogen wurde nur besucht um sicherzugehen, dass es ein lohnendes Ziel für unsere nächste Schwedenreise sein kann. Wird es auf jeden Fall. Nicht nur Trollskogen, auch Schweden wird mit Sicherheit nochmals besucht. Dort haben wir übrigens wieder die Schweden mit Haus auf dem Hänger getroffen. Unsere Mittagspause haben wir auf einem schönen Parkplatz auf dem Weg zum Runenstein gemacht. Der sagenhafte etwa 1000 Jahre alte Runenstein von Karlevi liegt versteckt in einem Weizenfeld und wurde für einen dänischen Krieger mit einem Gedicht in Runen beschriftet. Wirklich schön anzusehen. Das Gräberfeld von Mysinge liegt direkt an der Hauptverkehrsstraße der Insel. Auf dem Parkplatz findet man auch Informationen über die Gräberfelder auf Öland. Bemerkenswert sind die 3, der noch etwa 400 übrig gebliebenen Windmühlen. Die erste kann sogar bestiegen und von innen besichtigt werden.
Jetzt ging’s auf direktem Weg zur 6 km langen Ölandsbron um auf schnellstem Wege zum Stellplatz am Hafen in Kalmar zu gelangen. Gegen 14:00 Uhr waren wir dort. Es gibt 10 Stellplätze mit Strom und nochmals 10 ohne Strom. Wir haben noch einen mit Strom ergattert und nach dem Aufbau wurden die Anmeldeformalitäten im gegenüber liegenden Touristenbüro erledigt. 200 SEK (22 €) waren für die Nacht mit Strom, Dusche, Toilette und WLAN fällig. Leider ist die Lage des Platzes direkt an der Straße nicht so ganz traumhaft. Es gibt schönere Plätze. Aber leider nicht in Kalmar. Egal, wir sind gleich mit dem Rad los um die Besichtigung der Stadt noch heute zu erledigen. Das erste Ziel war das Schloss Kalmar. Für 120 SEK (13 €) pro Person kann man ein wirklich gut erhaltenes Schloss bis zum letzten Winkel besichtigen. Der beste erhaltene Renaissance Palast Nordeuropas geht auf das Jahr 1180 zurück und bietet dem Auge sehr viel Schönes zu sehen. Der Dom zu Kalmar, ist eine gelungene Mischung aus jesuitischen und protestantischen Elementen. Wirklich sehr schön und lichtdurchflutet im Inneren. Die Altstadt von Kalmar ist klein aber fein. Zurück ging’s durch die Fußgängerzone und wir ließen den Tag mit einem Glas Wein in der Sonne sitzend ausklingen. Morgen geht’s weiter nach Stockholm.

Freitag, 03. Juni 2016 (sonnig und heiß)
Früh ging’s heute wieder los. Um 08:05 war Abfahrt. Die 448 km bis Stockholm mit einem Zwischenstopp waren um 17:00 Uhr endlich geschafft.
Zu unserem Zwischenziel, dem Freiluftmuseum Gamla Linköping sind wir von unserer normalen Route über die E22 bei Björnsholm abgefahren und dann über die 35 weiter bis Linköping. Linköping ist eine relativ kleine Stadt mit dem Sitz der Saab Auto- und Flugzeugfabrik. Gamla Linköping ist eine nachgebaute Altstadt mit 60 historischen Gebäuden, mit Cafés, Läden, historischen Werkstätten und interessanten Museen. Absolut sehenswert, auch für und wir sagen speziell für Kinder, dabei aber kostenlos. Auf jeden Fall den Abstecher wert. Die Fahrt ging weiter über die E4 in Richtung Stockholm. Auf dem Weg dorthin in Södertalje befinden sich die Scania Werke. Die gesamte Strecke heute war sehr abwechslungsreich. Ab Oskarshamn hat sich die Landschaft drastisch verändert. Lange gerade Straßen, bergauf und bergab, hauptsächlich durch Wald und speziell auf der 35 sehr schmale Straßen mit sehr wenig Verkehr.
Wir haben in Stockholm angekommen, zuerst den Langholmens Wohnmobil Stellplatz angefahren. Keine Chance – alles voll und ohne Reservierung geht hier gar nichts mehr. Wir sind im zähfließenden Verkehr eigentlich schon an unserem eigentlichen Ziel vorbei gefahren. Der freundlichen Mitarbeiter am Stellplatz hat mir eine Liste von Campingplätzen in der Nähe gegeben. Bei ersten, dem Bredäng Camping haben wir sofort glücklicherweise einen Platz ergattern können. Leider aber nur bis Montag 12:00 Uhr, da unser Platz dann reserviert ist. Vielleicht müssen wir umziehen. Die Fahrt zurück zum Campingplatz ging trotz starkem Verkehr relativ zügig von statten. Es wurden nur 2-mal City Maut fällig. In Stockholm wird das Kennzeichen gescannt und man bekommt später eine Rechnung zugeschickt. Im Gegensatz zum Stellplatz, der eine reine Katastrophe, aber mitten in der Stadt war, ist der Camping Bredäng wirklich ok, aber etwas von der Stadt entfernt, mit der Metro Linie 13 aber sehr schnell zu erreichen. Der Empfang ist freundlich, man bekommt einen Schlüssel mit der Platznummer, der auch den Stromanschlusskasten öffnet. Viel Informationsmaterial wird auch direkt übergeben. Schnell noch die Anmeldung ausgefüllt (Personalausweis nicht vergessen, die CKE hat nicht wirklich interessiert) und los ging’s zum Platz. Ausreichend groß mit eigenem Wasseranschluss und Abwasseranschluss und auch relativ eben. Die Bezahlung hier geht nur mit Kreditkarte. Der Preis ist 345 SEK (37 €) pro Nacht inklusive allem. Wir haben gerade unsere Stühle rausgestellt um Kaffee zu trinken, als ein deutscher Mitcamper vorbei kam und uns seine noch bis morgen früh gültigen Metrokarten und ein Ticket für den Hop-On-Hop-Off Bus zu geben. Sie reisen morgen früh ab und es wäre doch schade die Karten verfallen zu lassen. Als kleine Anerkennung zum Dank hat er dann auch ganz schnell einen großen Sambuca akzeptiert. Wir sind dann ein wenig ins Erzählen gekommen und auch seine dazu gekommene Frau hat einen Sambuca gerne angenommen. Es wurde dann noch spät.
Morgen geht der Besichtigungsmarathon los. Es findet übrigens gleichzeitig der Stockholm Marathon statt.

Samstag, 04. Juni 2016 (sonnig und warm)

Mit der Metro (Tunnelbahn) Linie 13 ging’s schon um 08:30 Uhr los in die Stadt zur Haltestelle Centralen, dem Hauptbahnhof. Von dort sollte es nur ein Katzensprung bis zur Verkaufsstelle des Stockholm-Pass sein. Wir sind die Klarabergsgatan rauf und runter und die Ahlens Tourist Info war nicht zu finden. In der Tourist Info im Busbahnhof hat mich eine freundliche Dame zur richtigen Adresse geschickt. Also die Klarabergsgatan wieder runter bis zum Stockholm Tourist Center im Kulturhuset. Die 2 Stockholm Pässe für 48 Stunden haben 1590 SEK (175 €) gekostet und geben uns freien Eintritt in über 60 Sehenswürdigkeiten, viele interessante Fahrten mit den Booten der Strömma Linie, Hop-On-Hop-Off Bus und Boot. Leider kann man in 2 Tagen nicht alles besuchen.

Wir sind direkt zum Ableger des Bootes nach Drottningholm am Kai gegenüber des Stadshuset gegangen und waren nach 1 Stunde Fahrt am Wohnsitz des schwedischen Königspaares angekommen. Das schwedische Versailles kann umfassend besichtigt werden. Man muss nur vor Betreten des Schlosses den Pass an der Kasse registrieren lassen (jede Sehenswürdigkeit kann nur einmal besichtigt werden). So funktioniert das übrigens bei jedem Benutzen des Passes. Wenn man völlig erschlagen aus den Räumen des Nordflügels wieder nach draußen kommt und es ist 12:00 Uhr, hat man so wie wir das Glück die Wachablösung vor dem Eingang zu erleben. Durch den Schlossgarten geht es am Herkulesbrunnen vorbei bis zum chinesischen Pavillon, einer Ansammlung von 3 kleinen Häusern, die im chinesischen Stil eingerichtet sind. Auf der Fahrt zurück zur Stadt wurde dann das weitere Vorgehen geplant. Man sollte sich im Vorfeld einer Reise nach Stockholm mit den Öffnungszeiten der verschiedenen Sehenswürdigkeiten sehr intensiv auseinander setzen um die Tour wirklich effektiv planen zu können. Denn auch hier, wie in Kopenhagen öffnet man spät und schließt früh, bis sehr früh. Vom Terminal waren es nur ein paar Schritte nach Riddarholmen zur Kirche und zum Riddarhuset. Die Kirche diente bis 1950 als Grabstätte für die Mitglieder der königlichen Familie und die Ritter des königlichen Seraphinenordens. Seitdem werden die Verstorbenen der Dynastie Bernadotte auf dem Friedhof Haga beerdigt. Der befindet sich im Norden der schwedischen Hauptstadt im Hagaparken. Dort wohnen übrigens auch Victoria und Daniel mit ihren Kindern im Haga Schloss. Leider ist das Riddarhuset bis nach dem 06. Juni, dem Nationalfeiertag der Schweden geschlossen. Das königliche Stadtschloss, das übrigens nur der Arbeitsplatz von König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia ist mit seinen 605 Zimmern (eines mehr als der Buckingham Palace) das größte Schloss Europas. Es gibt insgesamt fünf Museen, u. a. das Antikmuseum Gustavs III., das Museum Tre Kronor, die Schatzkammer und die Rüstkammer mit Königsgewändern, Rüstungen, Krönungswagen und Prachtkutschen aus dem Königlichen Stall. Auf keinen Fall sollte man es verpassen die alten Gemächer der Königsfamilie zu besichtigen, dazu die Repräsentationsgeschosse, den Reichssaal und die Ordenssäle. Wachablösung vor dem Schloss ist normalerweise um 12:15 Uhr (sonntags 13:15 Uhr). Nach den ganzen Eindrücken brauchten wir erst einmal eine Pause und wollten die Domkirche besichtigen. Ankunft der Familie Rohner um 16:05 Uhr, Ende der Besichtigungszeit 16:00 Uhr. Also wir diese Kirche morgen im Rahmen des zweiten Tages besucht. Da wir heute erst 2 Stunden mit dem Schiff auf Mälaren unterwegs waren, und Schiffsrundfahrten auch zum Paket des Stockholm Pass gehören, haben wir für die große Tour „Unter den Brücken Stockholms“ am Strömma Terminal an der Strömbron eingecheckt. Alle anderen Touren waren schon weg und diese startet um 17:00 Uhr und ist die letzte verfügbare Bootstour. Dauert auch nur etwa 2,5 Stunden. Konnten wir zuerst gar nicht glauben, wurden aber eines besseren belehrt. Da die Tour quasi auf der Ostsee beginnt und auf Mälaren weitergeht, musste eine Schleuse durchfahren werden. Das dauerte bei der Hinfahrt mehr als eine halbe Stunde. Die Tour ist wirklich sehenswert (mit Audioguide in 10 verschiedenen Sprachen und WLAN an Bord), dauert aber ein wenig zu lang. Speziell für kleinere Kinder gänzlich ungeeignet. Nach fast 2,5 Stunden sind wir sehr müde und voller Eindrücke mit der Metro zurück zum Campingplatz. Bei der abendlichen Auswertung des Tages und der Planung für morgen, haben wir festgestellt, dass sich die Investition in den Stockholm Pass auf jeden Fall rentiert. Jetzt aber Schluss für heute und ab in die Falle. Morgen geht es nochmal früh weiter.

Sonntag, 05. Juni 2016 (sonnig, warm und windig)

Die Metro wird unser bester Freund. Mit der Linie 13 ist man innerhalb von knapp 10 Minuten in der Altstadt. Wir wollten heute Morgen die 2 Kirchen, die wir gestern verpasst haben auf Gamla Stan besichtigen. Auch beim zweiten Anlauf waren wir nicht erfolgreich. Bei der Besichtigung von Stockholm, sollte man an einem Sonntag daran denken, dass in den meisten Kirchen zwischen 10:00 und 12:30 Gottesdienste stattfinden. Gestern hat uns eine sehr nette schwedische Reiseleiterin geraten auf jeden Fall die Führung im Stadshuset mitzumachen. Da die Führungen in deutscher Sprache erst ab Dienstag stattfinden, haben wir an einer Führung auf Englisch teilgenommen. Die nette Schwedin hat auf keinen Fall übertrieben. Die Führung im Stadshuset sollte man auf jeden Fall mitmachen. Zu beachten ist allerdings, dass dort im Jahr etwa 200 Veranstaltungen sind und die Besichtigung beschränkt ist. Montag zum Beispiel begrüßt der König alle neuen Schweden im Rahmen eines Festaktes und es finden keine Besichtigungen statt. Also vorher auf jeden Fall informieren, ob Führungen stattfinden. Erst im dritten Anlauf nach 12:30 konnten die Domkirche und die Deutsche Kirche besichtigt werden. In Wirklichkeit ist der Dom kleiner als man es von den Fernsehbildern kennt, aber auf jeden Fall sehenswert. Die evangelisch lutherische Kirche in Stockholm ist das krasse Gegenteil einer evangelischen Kirche in Deutschland. Sehr stark vergleichbar mit einer katholischen Kirche in Deutschland. Gegen 13:00 Uhr marschieren die neuen königlichen Wachen mit Musikbegleitung zur Wachablösung um 13:15Uhr auf. Weitere Highlights sollten heute der königliche Hofstall mitten in der Stadt und die Synagoge sein. Beide aber leider geschlossen. Der Park Kungstrådsgarden wurde heute den ganzen Tag als großes Freiluftrestaurant genutzt. Essen und Trinken soweit das Auge reicht. Vor allem schwedische Spezialitäten, aber auch Essen aus der ganzen Welt wurden angeboten. Unter den Klängen von Swing und Jazz, vorgetragen von einer schwedischen Blaskapelle schmeckte das Essen noch besser. Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang durch die Parks der Stadt sind wir heute mal mit dem Hop-On-Hop-Off Bus gefahren. Wir hatten geplant die komplette Runde mitzufahren, mussten aber zwischendurch immer mal umsteigen. Eine ganz schön zeitraubende Angelegenheit. Zum Abschluss wollten wir noch die Royal Canal Tour mitmachen. Diese Tour ist unserer Meinung nach eine der schönsten angebotenen Touren. Sie geht um die Insel Djurgården, die grüne Lunge Stockholms. Ausladende Waldgebiete entlang des Kanals mit vielen Rad- und Wanderwegen. Hierher werden wir auf jeden Fall zurückkehren. Schnell noch mit der Metro zurück zum Campingplatz und den Tag ganz relaxt in der Sonne ausklingen lassen, war der weitere Plan. Heute Abend sind circa 30 französische Wohnmobile in kleineren Gruppen angekommen. Die sind organisiert auf dem Weg zum Nordkapp und fahren morgen früh mit der Fähre von Stockholm nach Helsinki. Wir werden wohl vor denen dort sein. Morgen geht’s weiter in Richtung Norden.

Montag, 06. Juni 2016 (sonnig und sehr windig, aber nicht mehr so warm)

Wie die Wildgänse ziehen wir heute ein großes Stück weiter nach Norden. Es geht nach den üblichen Startvorbereitungen früh los. Auf dem Camping Bredäng sollte man zum Entsorgen entweder ein kleineres Wohnmobil oder ein Stück Schlauch zum Verlängern dabei haben. Ansonsten reiht man sich ein in die Gruppe derjenigen, die das Abwasser ein Stück vor dem Auslauf ablassen müssen. Bezahlen kann man allerdings hier nur mit Kreditkarte. Es gibt Seniorenrabatt oder Rabatt für ADAC Mitglieder. Der Strom ist für die Zeit des Aufenthalts kostenlos. Damit spart man schon mal 40 SEK am Tag. Somit kostet der Platz 305 SEK am Tag.

Der geplante Besuch im Hagaparken ist dem Nationalfeiertag zum Opfer gefallen. Aber nicht nur das. Unser Wohnmobil ist auch zu breit gewesen, um auf den Parkplatz zu fahren. Durchfahrtsbreite hier nur 2,3 m. Da auf dem gesamten Gelände Pavillons und Zelte aufgestellt waren, konnten wir auch nicht auf den Busparkplätzen weiter unten parken. 3 junge Schweden, die zum Catering Personal gehörten, haben uns erzählt, dass der gesamte Bereich später abgesperrt wird um der großen Menschenmengel, die zu diesem Event erwartet wird, genügend Platz zu bieten. Der Hagaparken mit dem königlichen Friedhof und das Schloss kommen auf die Liste für den nächsten Besuch in Stockholm. Ein wenig enttäuscht geht’s nun in Riesenschritten auf der E4 650 km nach Norden. Die Straßen sind ganz gut ausgebaut, meistens 4 spurig, aber auch mal abwechselnd 3 spurig. Ab Gävle verändert sich die Landschaft, wird einsamer und karger mit vielen großen aber auch kleinen Seen. In Kramfors geht es über die längste Hängebrücke Schwedens weiter bis Ůmea. Der Wohnmobilstellplatz Fritids Metropolen bei einem Reisemobilhändler verfügt über 20 Stellplätze und einen kleinen aber sehr guten Sanitärbereich. Sollte man nach der Öffnungszeit des Geschäftes anreisen, genügt eine SMS an die dort angegebene Nummer mit der Platznummer und dem Kennzeichen und man erhält in einer SMS den 6 stelligen Zugangscode für das Sanitärgebäude. Man erhält einen zweiten 4 stelligen Code für den kleinen Safe gleich rechts hinter der Tür. Darin findet man den Schlüssel für die Stromsäule und den Zugangscode fürs WLAN. Man sollte allerdings das vorhandene Passwort mit einem „kleinen s“ statt einem „großen S“ schreiben. Dann klappt‘s auch. Man steht hier wirklich ruhig. Außer uns ist noch ein anderes Ehepaar aus der Uckermark da. Es ist zwar kein Wasser in der Nähe, aber trotzdem steht man sehr gut hier und vor allem ruhig. Morgen mehr.

Dienstag, 07. Juni 2016 (leicht bewölkt, mittags Nieselregen, abends und nachts Sonne)

Da wir heute auf die Öffnung des Geschäftes um 09:00 Uhr warten mussten, wurde mal etwas länger geschlafen. Nachts wird’s übrigens nicht mehr so richtig dunkel. Gestern um Mitternacht hab ich draußen noch Bilder gemacht und der Blitz wurde nicht gebraucht. Ab morgen soll nachts sogar die Sonne scheinen.

Die Fahrt ging heute über die teilweise sehr gut ausgebaute, aber schnurgerade und langweilige E4 bis Piteå und dann die 347 in Richtung Jokkmokk. Die letzten 80 Kilometer über die 347 sind sehr interessant. Rechts und links etwa 1000 Seen, Millionen von Bäumen und ganz wenig Häusern. Menschen haben wir, außer dem Postboten keine gesehen. Der Stellplatz beim Hotel am Storforsen Wasserfall hat zweierlei Stellplätze. Auf Schotter relativ eben oder auf Schotter total schief. Wir haben noch einen relativ ebenen erwischt. Bemerkenswert ist hier in Schweden die Tatsache, dass wir auf den letzten Stellplätzen überall eine Sauna im Sanitärbereich hatten. Die Sauna ist eingeschaltet obwohl im Moment noch nicht so viel los hier ist. Die Mücken sind noch komplett in der Überzahl. Nach einer Kaffeepause haben wir die obligatorische Wanderung zum Wasserfall gemacht. Also Wanderschuhe raus und los. Leider hat‘s ein wenig angefangen zu regnen. Das ist aber noch lange kein Hinderungsgrund für uns. Der Storforsen ist wirklich beeindruckend. Bei einer Fallhöhe von 60 Metern schießen Millionen Liter von Wasser ins Tal. So gegen Ende Juni ist dann der Höhepunkt der Schneeschmelze und damit das Maximum der Wassermenge erreicht. Aber auch jetzt schon genug Wasser das sich zu Tal wälzt. Unsere Wanderung führte uns über Stock und Stein rund um den Hauptwasserfall und die Nebenschauplätze. Weil es uns hier so gut gefällt und wir schon einen Tag vor unserem Plan sind, wurde kurzerhand beschlossen zu verlängern und morgen die große Wanderung zu unternehmen. Der Tag Ruhe mit Wanderung und Picknick am Wasserfall wird den alten Knochen mit Sicherheit gut tun. Es ist jetzt kurz vor 22:30 Uhr hier und die Sonne scheint noch immer. Ist absolut gewöhnungsbedürftig. Übermorgen geht’s dann nach Finnland und es wird für einige Wochen keine Nacht mehr geben für uns. Wir sind sehr gespannt.

Den Bilderbericht findet ihr hier https://rohnerreisen.wordpress.com/
Disziplin ist die Fähigkeit, sich zu merken was man wirklich will.
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