Kroatien 2018

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Kroatien 2018

Beitragvon KZAC » 16.10.2020 - 18:49:31

Wetter- und coronabedingt ist unsere Reiselust derzeit etwas gedämpft, daher hier mal ein Bericht von unseren Kroatienurlaub 2018.
Nach diversen Urlauben kreuz und quer durch Frankreich war es Zeit mal ein ganz neues Urlaubsland kennenzulernen, und so hatten wir uns, letztlich auch durch Empfehlungen im Bekanntenkreis, für Kroatien entschieden. Außer ein paar Tagen, welche wir im Zuge eines Italienurlaubs an der Nordspitze Istriens verbracht hatten, war das Land für uns unbekannt.

Erster Stop für eine Nacht war in Fahr am Main. Ein ruhiger Stellplatz im Grünen in der Nähe vom Fluss. Es gibt diverse Gaststätten im Ort. Für Hochprozentiges empfehle ich die Brennerei/Weingut Nikola in der Traubengasse.

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Stellplatz in Fahr am Main

Am nächsten Tag kamen wir an Regensburg vorbei, so dass es sich anbot die Altstadt mit dem berühmten Dom einmal zu besichtigen. Sehr sehenswert, nur mit der Parkerei war es aufgrund eines Volksfestes und einer Wahlkampfveranstaltung etwas schwierig.

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Regensburger Dom

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Altstadt in Regensburg

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Steinerne Brücke

Ursprünglich wollten wir anschließend in Passau eine Nacht bleiben, aber der Stellplatz war überfüllt und da wir auch keine andere Stellplatzmöglichkeit fanden, fuhren wir auf gut Glück die Donau entlang in der Hoffnung etwas Geeignetes zu finden. Hier hatten wir vor ein paar Jahren mal auf dem Parkplatz einer Gaststätte in Erlau übernachtet. Leider stellte sich heraus dass dies nur an Wochenenden möglich ist, da man sich den großen Parkplatz mit einem benachbarten Unternehmen teilt. Insofern wurde es dann doch etwas schwieriger als erwartet, so dass wir erst zu vorgerückter Stunde auf dem Parkplatz eines Campingplatzes in Gottsdorf unmittelbar an der österreichischen Grenze einen Übernachtungsplatz fanden. Nachdem wir am nächsten Morgen einen kleinen Obolus entrichten wollten, lehnte man dies dankend ab, wir durften sogar auf dem Campingplatz noch kostenlos ver- und entsorgen.

Das nächste Ziel war die Burg Hochosterwitz in Kärnten, wir merkten jedoch im Laufe der Fahrt dass es zeitlich nicht hinhauen würde, und so verbrachten wir den Rest des Tages und die Nacht in der Nähe von Neumarkt in der Steiermark auf einem kleinen, sehr familiären Campingplatz (Camping am Badesee Werning). Hier haben wir eine spitzenmäßige, hausgemachte Brotzeitplatte gegessen (und preiswert noch dazu).
Am nächsten Tag ging es dann aber zur Burg Hochosterwitz, Wahrzeichen Kärntens. Die Burg liegt auf einem Bergrücken, der Zugang führt in mehreren Windungen um den Berg herum und man passiert zahlreiche Torbauten. Es gibt aber auch die Möglichkeit mit einem Schrägaufzug nach oben zu kommen. Die Burg und ihre Lage sind außergewöhnlich und einen Umweg wert.

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Die Burg Hochosterwitz

Über Klagenfurt führte unser Weg zum Loiblpass- und Tunnel nach Slowenien. Es war wenig Verkehr und der Pass lässt sich gut fahren. Für Wohnwagengespanne und >7,5 to ist der Pass allerdings nicht erlaubt.

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Am Loiblpass

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Auf slowenischer Seite ist in Podjubeli ein kleiner Campingplatz und im Dorf gibt es auch zwei preiswerte Gaststätten.
Wir fuhren am nächsten Tag weiter Richtung Llubilijana, der slowenischen Hauptstadt und besichtigten das ca. 30 km östlich gelegene Kloster Stična (ältestes Kloster auf dem Gebiet des heutigen Slowenien). Besonders interessant war die Klosterapotheke in der man gegen fast alle Leiden Tees, Kräuter und Tinkturen erwerben konnte.

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Kloster Stična

Für unser nächstes Etappenziel Novo Mesto verließen wir die Hauptstrecke und machten einen Schlenker durch das malerische Tal der Krka. Hier gibt es in Zuzemberk einen schönen Stellplatz. Auch die Burg in Zuzemberk soll sehenswert sein.

Überall in der Landschaft stehen diese alten Heuschober.

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In Novo Mesto (wo übrigens der Wohnwagen und Wohnmobilhersteller Adria seinen Sitz hat, was uns vorher nicht bekannt war), gibt es ebenfalls einen sehr schönen Stellplatz, fast schon ein kleiner Campingplatz, südlich vom Stadtzentrum gelegen.
Ein Wahrzeichen von Novo Mesto ist die „neue Brücke“ (slowenisches Kulturdenkmal), eine genietete Eisenkonstruktion über die Krka.

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Novo Mesto

Nachdem wir am nächsten Tag noch der Kartause Pleterje einen Besuch abgestattet hatten, verließen wir dann endgültig Slowenien mit den Eindrücken eines außergewöhnlich vielfältigen Landes, was sich auf der Rückreise nochmal bestätigen sollte.

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Kartause Pleterje

Leider war das Wetter relativ durchwachsen, so dass wir mit etwas gemischten Gefühlen den Nationalpark Plitvicer Seen ansteuerten. Wir wählten die Strecke über Karlovac, welche zum Teil etwas deprimierend war, aufgrund der vielen verlassenen, zerstörten oder heruntergekommenen Gebäude am Wegesrand. Ob dies noch Auswirkungen des Krieges waren und/oder der strukturschwachen Gegend geschuldet sind, wussten wir nicht.
In Plitvice steuerten wir den sehr großen, aber schön angelegten Camping Korana am oberen Eingang der Seen an. Ein heftiges Gewitter in der Nacht sorgte für diesiges Wetter mit wenig Sichtweite, also alles andere als gute Voraussetzungen für den Besuch der Plitvicer Seen. Aber nun waren wir einmal da und so hieß es das Beste draus machen. Zeitlich waren wir bereits in der Nachsaison, so dass die Eintrittspreise etwas günstiger waren. Auf den ersten Blick erscheinen diese recht hoch, aber wenn man den Aufwand sieht, mit welchen die kilometerlangen Holzstege in die Landschaft gebaut und unterhalten werden müssen, relativiert sich das schon etwas. Zudem sind alle Transportmöglichkeiten in dem riesigen Gebiet mit Shuttle und Elektroboot im Preis enthalten. Am Ende eines langen Tages mit müden Füssen hatte man faszinierende Eindrücke erhalten, auch wenn das Wetter nicht perfekt war.
Die folgende Nacht verbrachten wir auf dem Campingplatz Borje am südlichen Ende des Nationalparks, qualitativ etwas schlechter als Korana.

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Nationalpark Plitvicer Seen

Auf dem Weg Richtung Meer durchquerten wir das Velebit-Massiv. Auch hier eine relativ strukturschwache und vom Krieg heimgesuchte Gegend.
Ein krasser Unterschied zur Küstenregion, es macht sicher Sinn, durch Kauf von überall in den Dörfern angebotenen Produkte wie Käse, Olivenöl etc. etwas zu unterstützen.

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Denkmäler am Rande der Straßen erinnern an den Jugoslawienkrieg.

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Der Blick auf die Adria war atemberaubend.

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Im ersten Ort an der Küste den wir anfuhren, Senj, fanden wir auch gleich einen ganz passablen Stellplatz direkt am Wasser. Wir hatten das Glück in der hintersten Ecke ein ganz lauschiges Plätzchen zu finden, des Rest des Platzes war mit in Reih und Glied stehenden Wohnmobilen nicht so berauschend, allerdings machte die Aussicht doch einiges wett.

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Am Stellplatz in Senj

Der Ort selber ist zwar touristisch geprägt, hat aber Charme und Patina.

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Sehenswertes Wahrzeichen von Senj ist die hoch über dem Ort liegende Festung Nehaj.

Nach ein paar Tagen in Senj wollten wir nun die Inseln der Kvarner Bucht besuchen und steuerten als erstes Krk an. Wir schauten uns verschiedene Campingplätze an und landeten letztlich in Baska auf dem sehr großen CP Zablace. Es war alles noch ziemlich voll in Baska (Mitte September). Auch der Strand war überfüllt. Die Promenade war eine einzige Fressmeile, wo auch noch ein Touristenzug entlang fuhr. Kurzum, es hat uns dort gar nicht gefallen, fairerweise muss man allerdings sagen, dass wir dort wider Erwarten sehr gut und nicht zu teuer gegessen haben.

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Baska

Nachdem unser Stellplatznachbar in den frühen Morgenstunden lautstark die Vorbereitungen für seine Abreise durchführte, verließen wir dann ebenfalls zügig diesen Ort. Ein Womokollege mit dem wir sprachen, erzählte uns das auf Krk alles noch ziemlich belegt sei, und so beschlossen wir nach Cres überzusetzen.
Aber auch hier mussten wir etwas suchen, da wir kein Freund der riesigen Campingplätze mit allem Schnickschnack sind, den wir weder brauchen noch bezahlen wollen.
In Osor, schon auf Mali Losinij gelegen fanden wir dann glücklicherweise einen kleinen einfachen Campingplatz. Eine Badebucht und ein paar Restaurants gab es auch, was will man mehr.

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Fähre nach Cres

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Osor

Diese Bild zeigt übrigens das Denkmal für den Kuna, der kroatischen Währung. Das kroatische Wort Kuna heißt übersetzt Marder und leitet sich ab von der mittelalterlichen Verwendung von Marderfellen für den Handel. In Osor wurde die Währung dann 1018 erstmals als Zahlungsmittel erwähnt.

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Denkmal für den Kuna

Nach ein paar Tagen in Osor ging es dann wieder nordwärts, wir kreuzten den 45ten Breitengrad auf der Fahrt nach Poroniza um von dort nach Istrien überzusetzen. Die Ausblicke von der Straße auf die Kvarner Bucht sind grandios.

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Fähre nach Istrien:

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Wir durchquerten die istrische Halbinsel im Landesinneren.
Neben der schönen Landschaft gibt es auch zahlreiche sehenswerte Städte wie Pican, Gracisce, Pazin.

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Pican

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Gracisce

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Pazin

Einen weiteren Stop für ein paar Tage legten wir an der Nordspitze Istriens in Savudrija/Basanija ein.
Der südliche Küstenabschnitt bzw. das was wir davon gesehen hatten war sehr touristisch geprägt. In Savudrija war es nach unserem Empfinden etwas ruhiger.

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Savudrija

Da wir für das kurze Stück Slowenien die Autobahnmaut sparen wollten führte unser weiterer Weg über Koper und Bertoki bis Triest. Das Socatal war das nächste Ziel, hier wollten wir über den Predlpass nach Österreich zurück. Das Socatal zeigte wieder wie vielfältig Slowenien ist. Unterwegs machten wir halt in Kobarid (Caporetto). Die Gegend war im ersten Weltkrieg stark umkämpft, insbesondere die zwölfte Isonzoschlacht brachte furchtbare Verluste und Italien an den Rand einer Niederlage. In Kobarid gibt es ein preisgekröntes Museum zu diesem Thema, welches vor allen Dinge die Grausamkeit des Krieges in den Vordergrund stellt.

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Museum in Kobarid

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Socatal

Weiter oben im Socatal haben wir auf dem Camp Soca übernachtet. Für Wanderer, Bergsteiger und Kajakfahrer ist diese Gegend ein Paradies.

Richtung Norden gibt es nun eigentlich nur die Möglichkeit über den Predlpass zu fahren, der im Grunde mit dem Wohnmobil gut zu bewältigen ist, leider kam uns an einer der engsten Stellen ohne Leitplanke ein Reisebus entgegen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall wegen der tollen Bergkulisse.

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Weiter ging es dann durch das Gailtal, Kötasch-Mauthen, Gailbergstrasse.
Die Entscheidung im weiteren Verlauf die Felbertauernroute zu nehmen war im Rückblick nicht die beste. Es zog sich doch ziemlich und am Ende des Tages waren wir dann in der Nähe von Mittersil gelandet (Stellplatz Friedburg in Scheffau). Der Ausblick war schon beeindruckend hier, allerdings hatten wir nicht allzu viel davon, da bald Dauerregen einsetzte.
Am nächsten Tag ging es zurück Richtung Mittersil und über den Thurnpass nach Kitzbühel.
Es war Wochenende und der Verkehr staute sich ohne Ende und so ging es dann den Rest des Weges weiter bis nach Kochel am See. Dort kann man unter anderem das Franz Marc Museum des berühmten Malers besuchen. Wir haben dann am Kochelsee auf einem Parkplatz direkt am Seeufer eine ungestörte Nacht verbracht.

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Am Kochelsee

Der letzte Stop auf der Heimreise war in Wolframs-Eschenbach, benannt nach dem gleichnamigen Dichter. Die sehenswerte mittelalterliche Stadt wird von einer vollständig erhaltenen Befestigungsanlage umgeben, der Stellplatz ist fußläufig und mit 5,- € pro Nacht incl. WLAN recht preiswert, darüber hinaus bietet der Platz gegen Gebühr Dusche/WC/Waschmaschine, ist also sehr komfortabel ausgestattet und war entsprechend gut besucht.

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Wolframs-Eschenbach

Als Fazit können wir festhalten das uns Kroatien und Slowenien sehr gut gefallen haben und wir sicher nochmal dorthin fahren werden, sobald die Pandemielage es wieder zulässt. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass Freistehen offiziell nicht erlaubt ist und Stellplätze eher dünn gesät sind.
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Re: Kroatien 2018

Beitragvon Beduin » 17.10.2020 - 07:33:47

Danke für den schönen bericht! Die Bilder tun dieser Tage besonders gut
In Zuzemberk machen wir meistens auch halt, die Burg ist schön, aber in dem Restaurant rechts davon kann man hervorragend essen.
Das Leben ist ein Bumerang, alles was du Gutes tust kommt irgendwann zu dir zurück.

Grüssle Ina
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Re: Kroatien 2018

Beitragvon Roadrunner » 17.10.2020 - 12:51:47

Wunderbare Bilder - vielen Dank dafür!
Dein Bericht hat dazu geführt dass wir diese Gegend ebenfalls für eine der nächsten möglichen Reisen ins Auge fassen.
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Nach der Reise ist vor der Reise...
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