Materialzusammensetzung Aufbau... verliere den Durchblick

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Re: Materialzusammensetzung Aufbau... verliere den Durchblic

Beitragvon Schwedenopa » 15.05.2019 - 15:10:44

merlin4711 hat geschrieben:Was passiert eigentlich, wenn Feuchtigkeit festgestellt wird? Kann man das Trocknen oder ist es ein Totalschaden?

Das kommt immer drauf an, wo der Schaden sitzt, wie groß er ist und wie lange er schon besteht. Es kann von einer kleinen Reparatur bis hin zum Totalschaden reichen.

Um eventuelle Wasserschäden rechtzeitig zu entdecken und damit die Reparaturkosten in Grenzen zu halten, verlangen ja die Womo-Hersteller, die eine Dichtigkeitsgarantie anbieten, üblicherweise auch eine jährliche Kontrolle bei einer Vertragswerkstatt. Aber auch wenn die Dichtigkeitsgarantie schon abgelaufen ist, empfiehlt es sich sehr, mindestens einmal jährlich mit einem Feuchtigkeitsmessgerät zu kontrollieren bzw. dies machen zu lassen.

MfG
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Re: Materialzusammensetzung Aufbau... verliere den Durchblic

Beitragvon merlin4711 » 15.05.2019 - 18:02:13

Danke für die Top Antwort. So wie ich es (vermeintlich) herauslese, ist es ein allgemeines WoMo Thema, d.h. es kann auch bei einem holzfreien Aufbau ein Wasserschaden auftreten. Der wirkt sich halt dann nicht bzw. weniger auf den Aufbau aus.
Bin gerade dabei, mich innerlich vom angestrebten Sunlight zu verabschieden :(
Servus
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Re: Materialzusammensetzung Aufbau... verliere den Durchblic

Beitragvon Schwedenopa » 16.05.2019 - 09:05:00

merlin4711 hat geschrieben:So wie ich es (vermeintlich) herauslese, ist es ein allgemeines WoMo Thema, d.h. es kann auch bei einem holzfreien Aufbau ein Wasserschaden auftreten. Der wirkt sich halt dann nicht bzw. weniger auf den Aufbau aus.

Das stimmt. Bei einem Aufbau mit Holz kann sich der Wasserschaden halt auf die tragende Konstruktion auswirken, wenn er nicht rechtzeitig entdeckt und behoben wird. Aber die übrigen mit einem Wasserschaden verbundenen Probleme wie z.B. Schimmelbildung können auch bei holzfreien Aufbauten auftreten. (Und auch in holzfreien Aufbauten wird zumindest im Innenraum beim Möbelbau ja meist auch noch viel Holz verwendet.)

Unser Frankia hat kein Holz im Aufbau und eine 10-jährige Dichtigkeitsgarantie, wir müssen aber trotzdem einmal im Jahr zum Händler für eine Dichtigkeitsprüfung. Sein Vorgänger, ein Euramobil Sport BJ 2001, hatte noch Holz im Aufbau, und da hatten wir zweimal Undichtigkeiten. Beide Male allerdings noch innerhalb der (6-jährigen) Dichtigkeitsgarantie, so dass sie für uns kostenfrei repariert wurden. Ich habe sie allerdings selbst entdeckt.

merlin4711 hat geschrieben:Bin gerade dabei, mich innerlich vom angestrebten Sunlight zu verabschieden :(

Das würde ich nicht unbedingt machen. Ein gut gepflegter und regelmäßig kontrollierter Holzaufbau kann durchaus genauso lange halten wie ein holzfreier Aufbau.

MfG
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Re: Materialzusammensetzung Aufbau... verliere den Durchblic

Beitragvon fridolin der elefant » 17.05.2019 - 10:59:40

Schwedenopa hat geschrieben:Ein gut gepflegter und regelmäßig kontrollierter Holzaufbau kann durchaus genauso lange halten wie ein holzfreier Aufbau.


Grundsätzlich hast Du recht, Gerhard. Ein Aufbau mit Holz, der keine Undichtigkeiten aufweist, kann lange lange halten. Das Gemeine an Wasser ist aber, dass es sich gerne seinen Weg bahnt, ohne dass man das sofort mitbekommt. Nachteilig beim Holz-Styropor-Gerüst ist zudem, dass zum einen Styropor Wasser saugt und zum zweiten konstruktiv nicht zu vermeidende Hohlräume in der Konstruktion vorhanden sind, die eindringende Feuchtigkeit beliebig weiterleiten und dummerweise als Kapillare nicht nur nach unten..... Wenn also bei aller penibler Kontrolle die Feuchtigkeit im Inneren entdeckt wird, ist der zurückgelegte Weg oft lang und die Auswirkungen leider schon groß. Aber über all das wurde schon geschrieben.

Wir hatten schon immer Fahrzeuge mit holzfreiem Aufbau. Auch die sind nicht gefeit vor Undichtigkeiten, das kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Aber die Fehlersuche ist leicht und die Reparaturmaßnahme im Innenraum nur kosmetisch, da das Sandwich an sich tragend ist und keine Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Mir ist nicht ganz nachvollziehbar, warum immer noch Fachwerkkonstruktionen zum Kabinenbau herangezogen werden. Im Gegensatz zu vor 30 Jahren, als der holzfreie Aufbau Pionierleistung war, sollte das heute, mit steigender automatisierter Fertigung, doch eigentlich keine zu große wirtschaftliche Rolle mehr spielen. Aber ich bin kein Kaufmann.

Vielleicht kann ich mir diese Frage ja selbst beantworten: Denn warum müssen wir unsere für gutes Geld erstandenen Mobile hohlraumkonservieren? Weil die Firmen es zwar könnten, aber nicht wollen.

Eigentlich wären hier unsere Interessensvertreter in Form der unzähligen Reisemobil-Test-Publikationen gefragt. Manche listen den Kabinenaufbau in den Techn.Daten auf, aber oft so kryptisch, dass man daraus nur wenig Erkenntnis ziehen kann.

Euch allen ein dichtes Dach über dem Kopf

wünscht
Fridolin
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Re: Materialzusammensetzung Aufbau... verliere den Durchblic

Beitragvon Schwedenopa » 17.05.2019 - 12:04:30

fridolin der elefant hat geschrieben:Mir ist nicht ganz nachvollziehbar, warum immer noch Fachwerkkonstruktionen zum Kabinenbau herangezogen werden. Im Gegensatz zu vor 30 Jahren, als der holzfreie Aufbau Pionierleistung war, sollte das heute, mit steigender automatisierter Fertigung, doch eigentlich keine zu große wirtschaftliche Rolle mehr spielen.

In dem Fall hilft glaube ich die automatisierte Fertigung nicht so viel weiter, denn die Wohnmobilproduktion erfolgt immer noch weitgehend in Handarbeit. Angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Modelle und Grundrisse mit jeweils sehr geringen Stückzahlen lohnt sich Automatisierung nicht wirklich. Ich glaube auch nicht, dass irgendein Womo-Hersteller heutzutage noch Holz-Fachwerkkonstruktionen einsetzt. Vielleicht noch der eine oder andere Caravanhersteller, aber auch die dürften inzwischen weitestgehend - und zwar nicht zuletzt aus Kostengründen - auf die Sandwichbauweise umgeschwenkt sein.

Das Problem mit den konstruktiv bedingten Hohlräumen hat man bei der Sandwichbauweise nicht mehr. Aber wenn man beim Kern des Sandwichs, dem Schaummaterial, nicht gerade auf hochfesten PU-Schaum setzt - und der ist teuer, dann muss man Verstärkungsstreben aus einem festen Material einbauen, um die für ein Kraftfahrzeug erforderliche Festigkeit zu erreichen. Und diese Streben bestehen zumindest bei preisgünstigeren Mobilen häufig noch aus Holz. Und das nicht zuletzt deshalb, weil Holz im Vergleich zu anderen Strebenmaterialien wie z.B. Aluminium ein schlechter Wärmeleiter ist, die Bildung von Kältebrücken entlang der Streben wird also vermieden. Darüber hinaus ist Holz natürlich billig und leicht zu verarbeiten. Ich bin mir daher ziemlich sicher, dass zumindest im unteren Preissegment das Holz im Aufbau noch lange nicht ausgedient hat.

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